Ziele des Projektes

  • Verbreitung von Wissen über Völkermorde, insbesondere (aber nicht nur) die Shoah

  • Förderung des Verständnisses von Faktoren, die Völkermorden befördern (z.B. Hetze gegenüber Minderheiten, Dehumanisierung, Wegschauen und Untätigkeit der Mehrheit) 

  • Stärkung des "moralischen Aktionspotentials" für Toleranz und Menschlichkeit auf Basis der Menschenrechte.

  • Beitrag zur Freiheit und zum Frieden zwischen den Menschen durch Information und Ausbildung

 
 

Maßnahmen

  • Vorübergehende Errichtung von Leichtbauhallen oder „Tunneln“ auf öffentlichen Plätzen.

    • Diese Tunnel sind auffällig und einladend gestaltet. Sie enthalten Bilder, Texte und interaktive Elemente.

      • zu Völkermorden, Opfern, Tätern, Mitläufern und Widerständlern

      • Ursachen von Völkermorden

      • Lokale Bezüge zu Völkermorden (in Deutschland insbesondere zu den Verbrechen während der Nazizeit)

      • Toleranz und Menschlichkeit als Schutzschild gegen Völkermorde, Hass, Rassismus und Antisemitismus

    • ​Menschen können an den Tunneln vorbei oder durchgehen und interagieren. Es handelt sich um ein niedrigschwelliges Angebot.
       

  • Weitere Informationen zur konkreten Gestaltung der Tunnel finden Sie hier:​

  • Die Tunnel enthalten interaktive Elemente und weisen auf Informationen im Internet

    • Verlinkung auf Informationen zum lokalen Gesicht der Shoah. Welche Menschen haben in der Umgebung der jeweils aktuellen Ausstellung gelebt und was ist aus Ihnen geworden?​ 

    • Option für Lehrer und Schüler eigene Recherchen anzustellen und die Daten im Internet anzureichern 

    • Informationen zu anderen Völkermorden und ihren Ursachen

    • Wie verhalten sich Menschen in Anbetracht von Völkermorden in ihrer Umgebung und was lernen wir daraus?

    • Welche Vorurteilsmuster weisen Besucher aktuell auf? (z.B. Implicit Association Test)

    • Welche aktuellen antisemitischen oder rassistischen Vorkommnisse gibt es in der jeweiligen Ausstellungsumgebung?

    • Welche weiteren Formen der Intoleranz und Diskriminierung gibt es heute in unserer Gesellschaft und am jeweiligen Ausstellungsort? Wie wird damit konkret umgegangen? 

    • Wie kann jeder konkret Toleranz und Menschlichkeit stärken?

 
  • Der konkrete Ablauf

  1. Interessenten an einer Wanderausstellung melden sich (also z.B. Kommunen, Religionsgemeinschaften, Bildungseinrichtungen, Shoppingcenter...)

  2. Interessenten erhalten Informationen wie

    • Empfehlungen zur Vor- und Nachbereitung der Aktion,

    • Empfehlungen zur Einbindung lokaler Institutionen und Multiplikatoren

    • Anregungen und Hinweise zur Aufbereitung lokaler Bezüge

    • Anleitungen zum Aufbau und Abbau und Transport der Tunnel 

  3. Abschluss eines Vertrages und Festlegung eines Termins

  4. Vorbereitung der Aktion durch den Interessenten und Aufbau des Tunnels

  5. Begleitung des Tunnels durch Maßnahmen in der Presse und ggf. auch durch Standpersonal

  6. Abbau des Tunnels und Nachbereitung​

 
  • Die internationale Perspektive, unser mexikanisches Vorbild ​

    • Das Konzept orientiert sich an den Aktivitäten unserer Partner in Mexico City. Das Museo Memorial y Tolerancia hat in Zusammenarbeit mit der deutschen Botschaft Tunnel zur Förderung von Toleranz und Mitmenschlichkeit entwickelt und auf die Reise geschickt. 

    • Wir möchten die Toleranz-Tunnel jetzt auch nach Deutschland bringen.

    • Diese Tunnel können als Erlebnisräume für Erinnerung und Toleranz auch durch ganz Europa reisen und somit zur Verständigung in Europa beitragen.

    • Eine über Europa hinausgehende Realisierung wird angestrebt.

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  • Die Inhalte: Gestaltung der Wände der Toleranz-Tunnel
    Toleranz-Tunnel bestehen aus 2 Wänden: Auf der einen Wand werden Genozide thematisiert (sog. "Genozidwand") und auf der anderen Wand steht das Thema Toleranz im Fokus (sog. "Toleranzwand"). Diese Kombination von Erinnerung auf der einen Seite und dem Versuch der Ausbildung und Prävention von Genoziden auf der anderen Seite ist bei vielen Institutionen zu beobachten.
     

  • Die "Genozidwand"

    • Auf der einen Seite der Genozidwand werden der Holocaust und die Verbrechen der Nationalsozialisten thematisiert. 

    • Die andere Seite der Genozidwand thematisiert andere Völkermorde, wie die Völkermorde in Armeniern, Srebrenica, Ruanda, an Roma, Herero und Nama. Nachfolgend die Darstellung aus Mexiko, die für den Toleranz-Tunnel Deutschland überarbeitet und angepasst wird.

    • Lokale Bezüge zum Ausstellungsort sollen jeweils hergestellt werden.
       

  • Die "Toleranzwand"

    • Auf der einen Seite der Toleranzwand werden grundsätzliche Informationen zu Vorurteilen, Diskriminierungen und der Entwicklung von Gewalt vermittelt.

    • Auf der anderen Seite der Toleranzwand werden konkrete Diskriminierungen in der aktuellen Gesellschaft thematisiert​. 

    • Lokale Bezüge zum jeweiligen Ausstellungsort werden möglichst hergestellt.

 
  • Der lokale Bezug, historisch und aktuell
    Zum Thema Genozide und zum Thema Toleranz werden jeweils lokale Bezüge zu Ereignissen am jeweiligen Ausstellungsort hergestellt. Dafür werden auf beiden Wänden einige Flächen reserviert, die von den lokalen Organisatoren gefüllt werden können, aber nicht gefüllt werden müssen.​
     

  • Beispiele für lokale Bezüge zum Thema Holocaust

    • In einigen Städten kann auf bereits geleistete Arbeit verwiesen werden wie z.B. in Detmold auf das Gedenkbuch für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold.

    • Das Projekt Mapping the Lives / Tracing the Past bietet (neben der Option, Opfer in einer übergreifen Datenbank zu recherchieren,) auch die Möglichkeit, selber Daten ins Internet einzuspeisen. Diese Option wird bereits von einigen Schulen im Rahmen ihres Unterrichtes genutzt und stellt eine gute Ergänzung des Toleranz-Tunnels dar.

  • Beispiele für den lokalen Bezug beim Thema Intoleranz 

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  • Weiterführende Informationen zu interaktiven Elementen und digitalen Inhalten​ 

    • Digitale und interaktive Elemente ergänzen und vertiefen die physisch bereitgestellten Informationen. Dabei wird auch zur Reflexion auf eigene Denkschemata angeregt und zur aktiven Mitarbeit aufgefordert. Beispiele für interaktive und digitale Inhalte:

      • Welche Opfer des Nationalsozialismus gab es in meiner Region? Option für Lehrer und Schüler eigene Recherchen anzustellen und die Daten im Internet anzureichern 

      • Informationen zu anderen Völkermorden und ihren Ursachen.

      • Wie verhalten sich Menschen in Anbetracht von Völkermorden in ihrer Umgebung und was lernen wir daraus?

      • Welche aktuellen antisemitischen oder rassistischen Vorkommnisse gibt es in der jeweiligen Ausstellungsumgebung?

      • Welche weiteren Formen der Intoleranz und Diskriminierung gibt es heute in unserer Gesellschaft und am jeweiligen Ausstellungsort? Wie wird damit konkret umgegangen?

      • Was sagen Menschen in meiner direkten Umgebung zum Thema Diskriminierung?

      • Wie kann jeder konkret Toleranz und Menschlichkeit stärken?
         

    • Welche Vorurteilsmuster weisen Besucher aktuell auf?
      Besucher werden auf den sogenannten „Implicit Association Test“ verwiesen und können so eigene Denkschemata überprüfen und zu einer Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen angeregt werden.
       

    • Wie redet man mit Extremisten?
       

    • Informationsquellen über Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus z.B.:

    • Nutzung von QR Codes zur Verlinkungen auf Informationen im Internet. QR Codes können auch in der Umgebung des mobilen Erlebnisraums verteilt werden, um Menschen zum Museum zu geleiten.
       

    • 3D-Projektionen über Smartphones, Tablet oder Brillen, können Räume virtuell erschließen und erlebbar machen. Auf vorhandenem Material soll aufgebaut werden, so dass auch Gedenkstätten über die Tunnel virtuell zugänglich werden.  

Laden Sie hier das Konzept mit weiteren Informationen als PDF herunter:

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Toleranz, Erinnerung & Menschlichkeit