Was das Projekt vermitteln will

Anhand konkreter historischer Beispiele verdeutlicht der Toleranz-Tunnel, dass Intoleranz, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und hasserfüllte Sprache zu Diskriminierung und Gewalt gegen Minderheiten führen - eine Entwicklung, an deren Ende schlimmstenfalls ein Genozid stehen kann. 

Der Besucher lernt: Völkermorde dürfen nicht abgetan werden als isolierte Phänomene „ihrer Zeit“, vielmehr gilt „wehret den Anfängen“.

 

Wer vermeintlich neutral bleiben und sich „raushalten“ möchte, hilft in Wahrheit radikalen Minderheiten, ihre haßerfüllten Ideologien unwidersprochen zu verbreiten. 

 

Die Ausstellung zeigt die zentrale Bedeutung des gesprochenen Wortes, der Zivilcourage und der Toleranz, verstanden als gedeihlicher Umgang mit unseren Unterschieden.

 

Ihre Bedeutung zu kennen und für sie einzutreten ist fundamentales zivilisatorisches Rüstzeug einer modernen, heterogenen Gesellschaft.

 

So wird das "moralische Aktionspotential" für Toleranz und Menschlichkeit gestärkt.

 
 

Maßnahmen

Wir wollen Toleranz-Tunnel jeweils für einige Wochen auf öffentlichen Plätzen, vor Schulen, Universitäten, Betrieben, religiösen Einrichtungen oder in öffentlich zugänglichen Gebäuden aufstellen.

Die Toleranz-Tunnel sind auffällig und einladend gestaltet. Sie enthalten Bilder, Texte und interaktive Elemente. Es ist ein niedrigschwelliges Angebot, das selbständig oder geführt wahrgenommen werden kann.

Hierfür brauchen wir lokale Partnerinstitutionen und Freiwillige. Partnerinstitutionen vor Ort nehmen die Tunnel auf, identifizieren Freiwillige und erhalten Materialien und Unterstützung für die Ausbildung dieser Freiwilligen als Lotsen für Besucher.

Virtuelle Erweiterung durch Informationen im Internet: Toleranz-Tunnel verweisen auf Inhalte im Internet, die die physisch bereitgestellten Informationen aufnehmen und vertiefen. Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Institutionen werden mit ergänzenden Materialen angesprochen und unterstützt.​​ 

 

Weitere Informationen zur konkreten Gestaltung der Tunnel finden Sie hier:​

 

Inhalte

 

Toleranz-Tunnel bestehen aus vier Wänden: 

  • Die "Holocaustwand" - Hier werden der Holocaust und die Verbrechen der Nationalsozialisten thematisiert. 

  • Die "Wand der anderen Völkermorde" - nachfolgend die Darstellung aus Mexiko, die für den Toleranz-Tunnel Deutschland überarbeitet und angepasst wird.

  • Die Wand "Vorurteile und Diskriminierung" -  Hier werden grundsätzliche Informationen zu Vorurteilen, Diskriminierung und der Entwicklung von Gewalt vermittelt.

  • Die "Toleranzwand" - hier erfährt man die Bedeutung von Engagement, Zivilcourage und wie wichtig es ist, seine Stimme gegen Intoleranz zu erheben. ​

 

​Die Bilder stellen das mexikanische Original dar, das für Deutschland noch angepasst wird. In der deutschen Version sollen z.B. auch lokale Bezüge zum Ausstellungsort hergestellt und interaktive Elemente eingebettet werden.​

 

Der konkrete Ablauf

 

Im Dialog werden interessierte und seriöse Partnerinstitutionen für die Aufstellung eines Toleranz-Tunnels identifiziert, z.B. Kommunen, Religionsgemeinden, Bildungseinrichtungen, Betriebe, Shoppingcenter etc.

  • Die Partner erhalten konzise Informationen:

    • Empfehlungen zur Vor- und Nachbereitung der Aktion, 

    • Empfehlungen zur Einbindung lokaler Institutionen und Multiplikatoren,

    • Anregungen und Hinweise zur Aufbereitung lokaler Bezüge,

    • Materialien für die Evaluation.

  • Abschluss eines Vertrages zwischen Partner und Toleranz-Tunnel e.V. sowie Festlegung eines Termins.

  • Vorbereitung und Begleitung der Aufstellung des Toleranz-Tunnels durch Maßnahmen in den Medien jeweils durch Partner und Toleranz-Tunnel e.V.

  • Transport und Aufbau des Tunnels durch Toleranz-Tunnel e.V. 

  • Einsatz des Toleranz-Tunnels beim Partner, unterstützt durch lokale Freiwillige, in der Regel über einige Wochen hinweg, begleitet durch Evaluationsmaßnahmen.

  • Abbau und Abtransport des Tunnels durch Toleranz-Tunnel e.V. 

  • Gemeinsame Nachbereitung und abschließende Evaluation.

 

Der lokale Bezug

 

Zum Thema Genozide und zum Thema Toleranz werden jeweils lokale Bezüge zu Ereignissen am jeweiligen Ausstellungsort hergestellt. Dafür werden auf beiden Wänden einige Flächen reserviert, die von den lokalen Organisatoren gefüllt werden können, aber nicht gefüllt werden müssen.​
 

Beispiele für lokale Bezüge zum Thema Holocaust:

  • In einigen Städten kann auf bereits geleistete Arbeit verwiesen werden wie z.B. in Detmold auf das Gedenkbuch für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold.

  • Das Projekt Mapping the Lives / Tracing the Past bietet (neben der Option, Opfer in einer übergreifen Datenbank zu recherchieren,) auch die Möglichkeit, selber Daten ins Internet einzuspeisen. Diese Option wird bereits von einigen Schulen im Rahmen ihres Unterrichtes genutzt und stellt eine gute Ergänzung des Toleranz-Tunnels dar.

Beispiele für den lokalen Bezug beim Thema Intoleranz:

Berlin_Abendschau.jpg
 

Weiterführende Informationen - Verweise ins Netz

 

Digitale und interaktive Elemente ergänzen und vertiefen die physisch bereitgestellten Informationen.

Dabei wird auch zur Reflexion auf eigene Denkschemata angeregt und zur aktiven Mitarbeit aufgefordert:

  • Welche Opfer des Nationalsozialismus gab es in meiner Region? Option für Lehrer und Schüler, eigene Recherchen anzustellen und die Daten im Internet anzureichern. 

  • Informationen zu anderen Völkermorden und ihren Ursachen.

  • Wie verhalten sich Menschen in Anbetracht von Völkermorden in ihrer Umgebung und was lernen wir daraus?

  • Welche aktuellen antisemitischen oder rassistischen Vorkommnisse gibt es in der jeweiligen Ausstellungsumgebung?

  • Welche weiteren Formen der Intoleranz und Diskriminierung gibt es heute in unserer Gesellschaft und am jeweiligen Ausstellungsort? Wie wird damit konkret umgegangen?

  • Was sagen Menschen in meiner direkten Umgebung zum Thema Diskriminierung?

  • Wie kann jeder konkret Toleranz und Menschlichkeit stärken?

  • Welche Vorurteilsmuster weisen Besucher aktuell auf?
    Besucher werden auf den sogenannten „Implicit Association Test“ verwiesen und können so eigene Denkschemata überprüfen und zu einer Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen angeregt werden.
     

  • Wie redet man mit Extremisten?
     

  • Informationsquellen über Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus z.B.:

  • Nutzung von QR Codes zur Verlinkungen auf Informationen im Internet. QR Codes können auch in der Umgebung des mobilen Erlebnisraums verteilt werden, um Menschen zum Museum zu geleiten.
     

  • Perspektivisch: 3D-Projektionen über Smartphones, Tablet oder Brillen, können Räume virtuell erschließen und erlebbar machen. Auf vorhandenem Material soll aufgebaut werden, so dass auch Gedenkstätten über die Tunnel virtuell zugänglich werden.  

implicit.jpg
 

Das Konzept

Hier finden Sie ein mehrseitiges Konzept, welches das Projekt der Toleranz-Tunnel ausführlicher beschreibt.

 

Unser mexikanisches Vorbild ​

Das Konzept der Toleranz-Tunnel stammt aus Mexiko.

 

Das Museo Memoria y Tolerancia in Mexiko-Stadt hat im Rahmen eines vom deutschen Auswärtigen Amt geförderten Projektes Tunnel zur Förderung von Toleranz und Mitmenschlichkeit gebaut und auf die Reise geschickt. 

Die vier Tunnel konnten in knapp zwei Jahren an rund 160 Standorten in ganz Mexiko eingesetzt werden. Über 250.000 Menschen füllten nach Besuch einen Fragebogen aus. Bei vorsichtiger Schätzung wurden wohl etwa 750.000 - 1.000.000 Menschen erreicht.

 

Wir möchten dieses erfolgreiche, erprobte und didaktisch hervorragende Modell jetzt auch nach Deutschland bringen.

feminazis-museo-660x495.jpg

Toleranz, Erinnerung & Menschlichkeit